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Verabschiedung der Gäste aus Tschernobyl - künftig keine Aufenthalte mehr in Büsum?

Eggebek, den 17.07.2014

Über 40 Kinder sowie Betreuer aus Weißrussland feierten mit geladenen Gästen im Erholungsheim der Tschernobyl-Hilfe in Büsum das Ende eines vierwöchigen Aufenthaltes. Zu einem selbstgekochten weißrussischem Büffet hatten die Kinder und Betreuer unter der Leitung der Vereinsvorsitzenden, Christel Petersen aus Eggebek, eingeladen. Zusätzlich hatten die Kinder ein buntes Abendprogramm einstudiert und erfreuten die Gäste mit Gedichten, Liedern und Tänzen.

 

Seit 2007 betreibt der Verein Tschernobyl-Hilfe Flensburg e.V. das ehemalige Landschulheim in Büsum. Für den „obligatorischen“ Euro konnte Christel Petersen das Gebäude anmieten. Insgesamt knapp 60 Betten sowie Sanitärräume, eine Küche, Spiel- und Freizeiträume sind dort vorhanden. Jedes Jahr reist eine Gruppe mit 40-45 Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren aus dem Tschernobyl-Gebiet in das Erholungsheim an der Nordsee. Völlig uneigennützig wird der Aufenthalt der Gäste intensiv vorbereitet. Von der Reinigung des Gebäudes bis hin zum Beziehen der Betten und Vorbereiten der Zimmer: die freiwilligen Helfer verbringen Tage und Wochen damit, den Kindern einen schönen Empfang zu bescheren. Vier Wochen Aufenthalt der Kinder bedeuten mindestens sechs Wochen ehrenamtliche Arbeit für die Helfer. Allen voran Christel Petersen. Das gesamte Projekt wird aus Spenden finanziert. „Nicht nur Geldspenden sind wichtig, sondern auch Sachspenden und jegliche Unterstützung sind jederzeit willkommen.“, so Petersen. Zuschüsse aus Mitteln des Kreises oder gar des Landes bekommt der Verein nicht. Sogar die Kosten für die mehrtägige Busreise von Weißrussland nach Büsum werden vom Verein getragen.

 

Doch vielleicht war dies der letzte Aufenthalt in Büsum, denn der Verein ringt um die Finanzierung. Die laufenden Kosten des Erholungsheimes sowie die Kosten für die Unterbringung der Kinder lassen sich aus den rückläufigen Spendengeldern nicht mehr finanzieren. Vor einigen Jahren noch konnten pro Jahr zwei Gruppen an der Nordsee untergebracht werden. Künftig werden die Mittel nicht einmal mehr für eine Gruppe ausreichen. „Dabei tut die Luft den Kindern so gut!“, erklärt Christel Petersen. Die Kinder, die aus sozial schwachen Familien mit oftmals nur einem Elternteil stammen, haben teilweise massive gesundheitliche Beeinträchtigungen. Der vierwöchige Aufenthalt an der Nordsee ist daher Erholung pur – für Körper und Seele!

 

Auch Stefan Andresen, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Eggebek, folgte gerne der Einladung des Vereins und hatte für jedes Kind ein kleines Präsent im Gepäck. „Es ist unglaublich, was Christel Petersen hier mit ihrem Team ins Leben gerufen hat.“, so Andresen beeindruckt. Umso unverständlicher sei es, dass dies der letzte Aufenthalt gewesen sein soll.

 

 

Informationen zur Arbeit des Vereins oder zu den Unterstützungsmöglichkeiten erteilt Christel Petersen unter der Telefonnummer 04609 / 953434. [StA]