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Deutsch-Dänisches Festival der ländlichen Räume

27.05.2019

Schon beim Ankommen spürt man es, es herrscht eine besondere Atmosphäre. Nicht nur der Pfadfinderhof Tüdal, eingebettet in fast unberührte Natur des Treenetals in Eggebek und in strahlendes Sonnenlicht getaucht, auch die Organisation und die im Gelände verteilten Info-Stände vermitteln den Eindruck einer ungezwungenen Gemütlichkeit. Man erkennt deutlich das dänische “hyggeli” in der Präsentation dieses grenzüberschreitenden Interreg-Projekts “benefit4regions” und dem Deutsch-Dänischen Festival als Abschlussveranstaltung.

Landrat Dr. Wolfgang Buschmann wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, dass der Pfadfinderhof Tüdal durch seine Geschichte und seinen besonderen Status der ideale Ort für diese Veranstaltung ist, steht er doch beispielhaft für grenzenlose Verständigung und Zusammenarbeit und darüber hinaus spiegelt er als Lernort auch die wesentlichen Inhalte des EU-Projekts “benefit4regions” wieder, nämlich den Gedanken des Voneinander-Lernens. “Dabei stellt sich für uns im Kreis Schleswig-Flensburg die Grenze nicht als Barriere dar, auch zukünftig nicht trotz Wildschweinzaun, sondern es herrscht ein reger Austausch auf vielen Gebieten und wir können feststellen, dass uns mehr eint als trennt, “so der Landrat.

Stefan Leyk, Kreispräsident des für das Projekt federführenden Kreises Plön, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass im laufenden EU-Interreg-Programm von 2014 bis 2020 insgesamt

50 Projekte grenzüberschreitender Art durchgeführt werden, in die über 300 Organisationen als Projektpartner vor Ort eingebunden sind.

Im Projekt “benefit4 regions” stehen die ländlichen Räume im Fokus, die in Dänemark und Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen stehen, aber oftmals unterschiedliche Wege bei der Entwicklung von Lösungen gehen. Ziel dieses von der EU geförderten Projekts war es daher, gemeinsame Lösungsansätze für die Vitalisierung der ländlichen Räume zu entwickeln und voneinander zu lernen. Beteiligungsverfahren mit vielfältigen unterschiedlichen Aktiven wurden getestet und wissenschaftlich begleitet, um Entwicklungspotentiale und Aktivitäten vor Ort zu heben und zu unterstützen. Als ganz wertvoller Nebeneffekt kristallisierte sich dabei auch ein stärkeres Verständnis zwischen den deutschen und dänischen öffentlichen Institutionen heraus.

In der Podiumsdiskussion wies Erik Lauritzen, Bürgermeister der Kommune Sonderburg auf die unterschiedliche Größe und Stärke der beteiligten öffentlichen Projektpartner hin. Auf dänischer Seite waren es zwei Kommunen und auf deutscher Seite für ein vergleichbares Gebiet neun Kreise und kreisfreie Städte, woraus sich spezielle organisatorische Herausforderungen ergaben.

Hermann-Josef Thoben als Vorsitzender der Akademie der ländlichen Räume hielt die kleinen Gemeinden im ländlichen Raum für einen besonderen “Schatz”, da die Bürger direkter Verantwortung für ihren unmittelbaren Lebensbereich wahrnehmen. Dies macht aber andererseits eine stärkere Zusammenarbeit und Kooperation bei der Lösung regionaler Aufgaben erforderlich. Dabei habe die EU-Förderung mit der Bildung der Aktivregionen in Schleswig-Holstein sehr geholfen.

Es wurde bei dieser Abschlussveranstaltung des EU-Projekts “benefit4regions” aber nicht nur diskutiert, auf dem Marktplatz wurden konkrete Projekte vorgestellt wie “Unser Dorfshuttle”, der Rufbus im Amt Hürup, Möglichkeiten zur Fachkräftesicherung im ländlichen Bereich oder Verfahren zur Bürger- und Akteursbeteiligung.

Den Ausklang eines spannenden und informativen Tages gestalteten das Brassorchester “Brass Patroll”, deren musikalischen Wurzeln der dänischen Garde-Kultur entstammen sowie die neue Band “Isa von Kröll” aus Kiel mit eingängigen und bunten Melodien.

 

(Klaus-Dieter Rauhut)

 

 

Foto: Interessierte Zuhörer bei der Podiumsdiskussion